Themenabend „Relax“

Wie gelingt Entspannung im Alltag? Was können Eltern tun, um die Akkus wieder aufzutanken? Dass diese mit einem autistischem Kind schneller leer sind als in anderen Familien – darin waren sich während des Themenabends „Relax“ am 21.6. in MGH alle neuen und bekannten Anwesenden sofort einig.

Umso größer war das Spektrum der Antworten. Unser Elternkreis bestand an diesem Abend aus zwei Gruppen: Eltern mit einem Kind der Diagnose frühkindlichem Autismus und Eltern mit einem Kind der Diagnose Asperger. Die Herausforderungen im Alltag unterscheiden sich offensichtlich deutlich voneinander.

Zunächst wurden Stressoren identifiziert: Sie reichten für die „frühkindlichen Eltern“ von Gefühlen der Ohnmacht und ständigen Gedankenkarussels über chronischen Zeitmangel (Therapietermine, Arztbesuche) zu den vielen Alltagskämpfen in Kindergarten und Schule. Besonders wechselnde Gruppenstrukturen und wenig Verständnis von Seiten der ErzieherInnen fallen hier ins Gewicht. Zudem wird oft erlebt, dass das Kind stets als Störfaktor wahrgenommen wird – die Abwärtsspirale in die Isolation ist vorprogrammiert.

Die „Asperger-Eltern“ kämpfen noch stärker mit Zwängen ihrer Kinder und Aggressivität, mit der sie oft völlig allein dastehen. Das fehlende Verständnis der Umgebung beschränkt sich erschreckenderweise nicht auf unwissende Nachbarn: Schulrektoren äußern sich offenbar ebenso abfällig („wenn der Autist ist, fresse ich einen Besen“) und das trotz mehrjähriger pädagogischer Ausbildung! Es fällt schwer, aber wir verzichten auf Namensnennungen.

Für Wege aus dem Stress kam eine beeindruckende Vielfalt an Methoden von „Abschalten“ bis „Zen-Meditation“ zusammen, Hier nur ein paar Anregungen: Lesen, Schreiben, dringend ein Hobby (wie Chor, Garten), Erfüllung im Beruf, Psychotherapie, mindestens ein Wochenende im Jahr allein oder zu zweit mit Partner (rechtzeitig organisieren), Entspannungsübungen mit Yoga, Meditation und auch der gute alte Besuch beim Friseur hilft beim Abschalten. Da unsere speziellen Kinder sehr besondere Interessen haben, können die therapeutischen Übungen auch einmal ruhen und das Kind darf getrost ab und zu „bei seinem Interesse geparkt“ werden.

Besonders entspannend: der Austausch im Elternkreis Autismus!