Buchtipps

Ratgeber/Sachliteratur

Tony Attwood: „Ein ganzes Leben mit dem Asperger-Syndrom: Von Kindheit bis Erwachsensein – alles was weiterhilft“ (2008), Trias
Basis-Werk mit umfassenden Informationen zum Asperger-Syndrom von einem der international  renommiertesten Asperger-Experten. Ein gutes Nachschlagewerk, das man auch mal interessierten Lehrern etc. in die Hand drücken kann.

Dr. Christine Preißmann: „Glück und Lebenszufriedenheit für Menschen mit Autismus“ (2015), Kohlhammer
Eingebettet in Fakten, die Dr. Preißmann zum Thema Glück und Zufriedenheit zusammengetragen hat, kommen Betroffene selbst zu Wort und berichten von ihren positiven wie negativen Erfahrungen.

Antje Tuckermann / Anne Häußler / Eva Lausmann: „Herausforderung Regelschule“ (2012), Borgmann publishing
Hilfreiche und konkrete Tipps aus der TEACCH-Praxis, die Lehrkräfte im Unterricht umsetzen können.

Autobiografisches

Daniela Schreiter: „Schattenspringer: Wie es ist, anders zu sein“ (2014) und „Schattenspringer²: Per Anhalter durch die Pubertät“ (2015), Panini
Asperger in Comic-Form witzig dargestellt von einer Betroffenen, für Leser ab ca. 10 Jahren. Der zweite Band thematisiert Pubertät und junges Erwachsenenalter mit Partnerschaft(sproblemen).

Daniel Tammet: „Elf ist freundlich und Fünf ist laut: Ein genialer Autist erklärt seine Welt“ (2007/2008), Patmos/Heyne
Auch wenn Daniel Tammet als „Savant“ geniale Fähigkeiten – zum Beispiel in den Bereichen Mathematik und Sprachen – besitzt und in seinem Buch ausführlich etwa seine synästhetische Wahrnehmung von Zahlen beschreibt, finden sich in der Autobiografie auch zahlreiche Einblicke in seine autistische Erlebnis- und Erfahrungswelt, die Betroffenen oder deren Angehörigen bekannt vorkommen werden.

Daniel Tammet: „Wolkenspringer: Von einem genialen Autisten lernen“ (2009/2010), Patmos/Piper
Unbestritten verfügt Daniel Tammet über herausragende intellektuelle Fähigkeiten – ausgehend davon befasst er sich in seinem zweiten Buch mit dem Thema Gehirn auf einer breiteren Ebene, liefert spannende Erkenntnisse aus der Wissenschaft. Indem Tammet die Begabungen jedes einzelnen Menschen und die Bedeutung der Menschlichkeit im Gegensatz zur Computerwelt betont, verleiht er dem Buch eine persönliche, philosophische Prägung.

John Elder Robison: „Schau mich an! Mein Leben mit Asperger“ (2008), Fackelträger-Verlag
Spannende, unterhaltsame und mit Humor erzählte Lebensgeschichte eines Asperger-Betroffenen, der nach einer Kindheit als Außenseiter zu beruflichem Erfolg und Kreativität findet: Er konstruiert flammenwerfende Gitarren für die Band KISS, entwickelt erste elektronische Spielzeuge, restauriert Autos und ist mittlerweile als Redner über Autismus aktiv.

Peter Schmidt: „Der Junge vom Saturn: Wie ein autistisches Kind die Welt sieht“ (2015), Goldmann
Kindheit und Erwachsenwerden eines Asperger-Autisten, der sich stets als andersartig erlebt, Missverständnisse überwinden muss und trotzdem erfolgreich seinen Weg geht. Die zunächst gewöhnungsbedürftige Sprache spiegelt zusätzlich die besondere Sicht des Autors auf die Welt wider.

Digitale Hilfen: Apps, Programme & Co.

Inzwischen gibt es eine breite Auswahl an Programmen und Apps für Menschen mit Autismus, die den Alltag bereichern können. Visuelle Hilfen für die Kommunikation sind nicht auf digitale Medien beschränkt. So fotografieren viele Eltern selbst (Orte, Bezugspersonen u.a.) und haben unterwegs ausgedruckte Bildkärtchen für die entsprechenden Situationen dabei. Programme erleichtern die Suche nach abstrakten Symbolen – angefangen bei „Boardmaker“, das allerdings seinen Preis hat. Die kostenlose Alternative sollte sich jeder einmal angesehen haben: www.pecsforall.com. Das Programm PictoSelector ist eine kostenlose Windows-Anwendung, die auf das Engagement eines niederländischen Vaters eines Sohnes mit Autismus zurückgeht. Neben zahllosen Piktogrammen können hier auch eigene Bilder in Vorlagen eingefügt, beschriftet und ausgedruckt werden – sehr praktisch.

Eine gute Übersicht über Apps bietet autismspeaks: www.autismspeaks.org/autism-apps.

Spiegel-online berichtete kürzlich über „Letmetalk“ – eine App für das Smartphone, die von einer Mutter eines heute 14jährigen Sohnes mit Autismus auf der re:publica vorgestellt wurde.

Wegweiser durch den Behördendschungel

Pflegestufe, Behindertenausweis, sonderpädagogisches Gutachten – als ob wir Eltern von autistischen Kindern nicht genug andere Sorgen hätten. Leider sind die Verantwortlichen in sehr unterschiedlichem Maß bereit, ihr Wissen mit uns zu teilen.

Daher wollen wir in Zukunft einige nützliche Informationen für Eltern autistischer Kinder zusammentragen. Dieser Bereich ist im Aufbau und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Fristen zur Bearbeitung von Anträgen auf Eingliederungshilfe, Autismustherapie und Schulbegleitung durch die Leistungsträger – ein Dokument von Autismus Deutschland e.V.: Merkblatt über die Rechte von Menschen mit Autismus und ihrer Angehörigen

Unbedingt ansehen: die Checkliste für das autistische Kind  der Aktion Behinderung & Projekte e.V. (ab&p) aus Aachen. Eine gute Übersicht zu den verantwortlichen Stellen zum Thema Pflegeversicherung, Schwerbehindertenausweis, etc.

Was sich 2015 zu den Pflegestärkungsgesetzen ändert, ist hier gut zusammengefasst: Ellas Blog. Leben mit frühkindlichem Autismus.

Beratung und Unterstützung bei Konfliktfällen mit der Krankenkasse leistet die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Eine ausführliche Zusammenstellung zum Thema Betreuungsrecht, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht u.a. findet sich auf den Seiten der Stadt Hamburg: Ich sorge vor! Besonders lesenswert der Wegweiser Betreuungsrecht.