Wir sind dabei! Run for Children in Mainz

Am Samstag, den 10. Juni 2017 zählen wir auf Sie, liebe Familien! 

Was ist RUN FOR CHILDREN?
Der RUN FOR CHILDREN-Lauf hat sich als beliebter Benefizlauf für jedermann fest etabliert. Seit dem erstmaligen Startschuss 2006 konnten bereits über 262.670 Runden gelaufen werden und mit jeder gelaufenen Runde wird Geld von verschiedenen Sponsoren gespendet.
Regionale Kinderhilfsorganisationen in Mainz, die kranke, behinderte und sozial benachteiligte Kinder unterstützen, freuen sich jedes Jahr über den Erlös und dieses Jahr dürfen wir, der Elternkreis Autismus Rheinhessen, uns mitfreuen!!
Dank der sehr großen und liebevollen Unterstützung von Dr. Helmut Peters, Chefarzt am Zentrum für Kinderneurologie in Mainz, wird der Elternkreis eine Spende bekommen. Mit dieser Spende möchten wir unter anderen unsere Ausstellung zum Thema „Gut leben mit einem autistischen Kind“ im August/September im Mehrgenerationenhaus in Ingelheim finanzieren, ein schönes Weihnachtsfest mit Betreuung für unsere Kinder und und und… an Ideen mangelt es nicht.

T-Shirt Run for Autism

Wer möchte Farbe bekennen? Unser Fan-Shirt Run for Autism: 15 € (bestellbar bei info@autismus-rheinhessen.de)

Eltern, Kinder, Jugendliche, Baby-Sitter… jeder ist eingeladen, an dem Tag aktiv teilzunehmen. Wer gerne mitlaufen möchte, ist herzlich eingeladen! Jeder kann mitmachen!

Und wenn Sie nicht laufen möchten, können Sie die anderen Läufer motivieren und selbstverständlich andere Familien unseres Kreises treffen.
Neben dem reinen Laufen wird es auch in diesem Jahr wieder ein buntes Rahmenprogramm geben: Musik, Hüpfburg, Showtanz, Jonglage-Workshop…

Wir möchten gerne ein Elternkreis-Läufer-Team bilden: Je mehr Personen sich anmelden, um so einfacher wird es sein. Denn: Von 11 Uhr bis 21 Uhr muss immer eine Person die 400 Meter-Strecke laufen oder auch gehen.

Erste Schicht: 11-13 Uhr
Zweite Schicht: 13-14 Uhr
Dritte Schicht: 14-17 Uhr
Vierte Schicht: 17-19 Uhr
Fünfte Schicht: 19-21 Uhr

Voranmeldung unter: info@autismus-rheinhessen.de 

Weitere Informationen unter www.runforchildren-mainz.de. Die Anmeldungsgebühren für den Lauf wird der Elternkreis übernehmen.

LIEBE FAMILIEN! 
LAUFEN SIE MIT UNS, SEIEN SIE DABEI, GEMEINSAM SIND WIR STARK!

 

 

Alle Jahre wieder: Unsere Weihnachtsfeier im MGH

Fast schon sind wir es gewohnt, dass unsere Weihnachtsfeiern bei den Familien aus unserem Elternkreis gut ankommen, aber mit so viel Resonanz hätten wir dieses Mal selbst nicht gerechnet: Zu unserem Adventsbrunch, der um 11 Uhr begann, kamen so viele alte und neue Gesichter, Familien, Verwandte, Freunde und Fachkräfte! Das auch unter der Woche gut besuchte Café des MGH war an diesem Sonntag auf den letzten Platz besetzt. Besonders gefreut hat uns der erneute Besuch von der Kreisbeigeordneten Ursula Hartmann-Graham: Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle!

Im Programm war für jeden etwas dabei: Den Auftakt machte Susanne Behne, unsere Gründerin des Elternkreises, mit einer Ansprache. Ingo und Antonia Behne begrüßten danach die Gäste mit Weihnachtsliedern auf der Geige. Daraufhin lieferte uns Sarah Daum einen fetzigen Auftritt mit dem Hit „All I want for Christmas is You“.

Es folgte ein reichhaltiges Buffet, zu dem alle beigetragen hatten. Die Kinder konnten in den Bewegungsraum und wurden mit Bastelangeboten und einer Tobeecke gut versorgt, während wir Eltern uns untereinander austauschen und gegenseitig „ein Ohr leihen“ konnten.

Nach dem Essen gab es Weihnachtslieder für die Kleinen sowie eine Bescherung vom Nikolaus. Im Anschluss wurde im Raum der Stille ein Film gezeigt, den Gwen Mayer über ihren Sohn über viele Jahre hinweg aufgezeichnet hatte. Den Abschluss der Veranstaltung bildeten besinnliche Texte von Peter Schönhöffer mit Weihnachtsmusik am Klavier begleitet von Gwen Mayer.

Wir vom Organisationsteam des Elternkreises möchten uns für die rege Teilnahme bedanken! Diese Veranstaltungen geben uns weit mehr als wir an Aufwand investieren. Über viele Tage hinweg konnten wir das Gefühl von Gemeinschaft in unseren Alltag hineintragen. Danke!

 

PECS – das Picture Exchange Communication System

Michael Majorat im MGH

Michael Majorat im MGH

Am Donnerstag, den 22. September 2016 besuchte uns Michael Bajorat im Mehrgenerationenhaus in Ingelheim. Herr Bajorat ist Operational Director von Pyramid Educational Consultants of Germany und stellte uns die Kommunikationsmethode PECS vor. Die PECS-Methode wurde in den achtziger Jahren in den USA von Andy Bondy und Lori Frost entwickelt. Mittlerweile sind die Pyramid Educational Consultants weltweit vertreten.

PECS in der Praxis: Ein Beispiel

PECS in der Praxis: Ein Beispiel

PECS ist eine alternative Form der Kommunikation, wenn ein Aufbau der Sprache nicht vorhanden, nicht möglich oder nur sehr gering ist. Viele Kinder mit frühkindlichem Autismus sprechen nicht oder wenig und dank PECS können sie ihre Wünsche und Bedürfnisse äußern.

Die PECS-Methode beruht auf der Nutzung von Bildern. In sechs Phasen lernen die Schüler (Kinder wie Erwachsene), wie sie mit den Bildern und einem kleinen Ordner kommunizieren können. Am Abend im Mehrgenerationenhaus stellte uns Herr Bajorat diese sechs Phasen vor und verdeutlichte mit PECS-Materialien sowie Videosequenzen, wie die Kinder sie annehmen.

Der Gastvortrag begeisterte unser Publikum, das aus Erziehern, Heilpädagogen, Integrationsfachkräften und Eltern bestand. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Herrn Bajorat!

Für weitere Informationen: www.pecs-germany.com.

Delphine Hambach

Sommerfest im Grünen

Bereits legendär: Die Traktorfahrt

Bereits legendär: Die Traktorfahrt

Am 25. Juni 2016 fand in Wonsheim „Auf der Stenne“ unser mittlerweile jährliches Sommerfest statt. Bei nicht ganz stabilem Wetter konnten trotzdem fast 20 Familien mit ihren Kindern den Nachmittag genießen. Ich möchte mich ganz herzlich auf diesem Wege bei den vielen Menschen bedanken, die für unsere beeinträchtigten Kinder und deren Geschwister einen Herzenswunsch erfüllen konnten. Bedanken möchten wir uns bei unserem Traktormann, Jürgen Leuck, der schon im dritten Jahr seinen Traktor mit Anhänger für Rundfahrten zur Verfügung gestellt hat. Mit seiner eigenen Begeisterung und Einfühlungsvermögen hatten die Kinder trotz des Regens viel Spaß.

Der Spritzenwagen wurde von groß und klein bestaunt

Der Spritzenwagen wurde von groß und klein bestaunt

Desweiteren ein herzliches Dankeschön an die Autobahnpolizei Gau-Bickelheim, die mit einem Streifenwagen gekommen sind. Jeder durfte mal in diesem tollen Auto sitzen und ausprobieren. Auch Blaulicht und Martinshorn wurden bedient.

Ein weiteres Highlight brachte uns die Wendelsheimer Feuerwehr, die mit ihrem Einsatzfahrzeug alle Kinderherzen eroberten. Der Wagen konnte bestaunt, erkundet und ausprobiert werden. Die Feuerwehrmänner durften mit Fragen gelöchert werden. Da viele unserer Kinder nicht sprechen können, wurde zum Teil mit Handzeichen kommuniziert und mit Lauten die Begeisterung hörbar.

Feiern, bis die Polizei kommt... für unsere Kids ein großer Spaß

Feiern, bis die Polizei kommt… für unsere Kids ein großer Spaß

Wir durften sogar eine mazedonische Familie aus dem Ingelheimer Auffanglager für Flüchtlinge begrüßen. Ich glaube ihre vier Kinder werden noch lange von diesem Tag sprechen können, denn trotz Sprachbarrieren konnten auch sie nach langer Zeit einen unbeschwerten Nachmittag genießen.

Leider konnten wir die Hüpfburg der AWO Wendelsheim wegen des schlechten Wetters nicht nutzen. So musste diese leider unbenutzt wieder verpackt werden.

Abschließend möchte ich mich bei allen Familien bedanken, die im Austausch viele Unsicherheiten und Fragen geklärt wussten. Sie machten sich gegen 17 Uhr gelöst auf den Heimweg.

Wer sich für unsere Elternarbeit interessiert, lade ich herzlich ein sich auf unserer Internetseite (http://autismus-rheinhessen.de) zu informieren und sogar bei einer, unserer nächsten Veranstaltungen, begrüßen zu dürfen.

In diesem Sinne und bis nächstes Jahr. Denn nach dem Fest, ist vor dem Fest. Eure Angelika Grewe

Kommunikationsförderung bei Kindern im Autismus-Spektrum

Fachvortrag am 23. Mai 2016 im Mehrgenerationenhaus Ingelheim

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Elternkompetenz stärken“ des Landkreises Mainz-Bingen konnte der Elternkreis Autismus Rheinhessen erneut eine fachkundige Referentin des Mainzer Team Autismus für einen Vortrag im Mehrgenerationenhaus Ingelheim gewinnen: Theresa Etges, Leiterin der neu geschaffenen Beratungsstelle Unterstützte Kommunikation, gab vor rund 40 Gästen Einblicke in das Thema Kommunikation und Sprachentwicklung. 

Frau Etges mit anschaulichen Beispielen beim Vortrag vor dem Elternkreis

Frau Etges mit anschaulichen Beispielen beim Vortrag vor dem Elternkreis

Der zentrale Begriff des Vortrags von Theresa Etges lautete „Joint Attention“: Gemeint ist damit die geteilte Aufmerksamkeit, also die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit einer anderen Person auf einen bestimmten Gegenstand zu lenken und die eigene Aufmerksamkeit auf das zu richten, worauf ein anderer hinweist. Während sich diese Fähigkeit normalerweise im ersten Lebensjahr entwickelt, zählt eine Beeinträchtigung in diesem Bereich, so die Referentin, zu den zentralen Defiziten bei Kindern im Autismus-Spektrum. Mit schweren Folgen – ist die Fähigkeit zur Joint Attention doch die Basis für jegliche weitere Kommunikation. „Die Verknüpfung Wort-Objekt ist nicht gegeben, wenn das Kind nicht hinschaut“, verdeutlichte Theresa Etges. Ohne die Joint Attention könnten deshalb weder der Wortschatz noch die Fähigkeit zur Empathie entwickelt werden. In der Folge bleibt das Wissen über die Umwelt eingeschränkt, fehlt die Motivation zur Kommunikation.

Die Förderung der Kommunikation bei Kindern im Autismus-Spektrum müsse deshalb, so Etges, bei der Joint Attention ansetzen – noch bevor mit dem Einsatz von Hilfsmitteln wie Piktogrammen oder Talkern begonnen werden kann.

Wie lässt sich die Joint Attention fördern? Hierzu gab Theresa Etges eine Reihe konkreter Tipps, die sie mit zahlreichen Videos aus Förderstunden mit betroffenen Kindern illustrierte. Bezugspersonen können zum Beispiel versuchen, die Aufmerksamkeit des Kindes auf ein interessantes Objekt zu lenken, ein gemeinsames Ballspiel initiieren oder eine „Imitationskiste“ mit Gegenständen nutzen, um die Imitationsfähigkeiten des Kindes zu fördern.

Im zweiten Teil ihres Vortrags stellte Theresa Etges therapeutische Hilfsmittel vor, die von sprachlich eingeschränkten Menschen zur Verständigung genutzt werden können. Je nach Abstraktionsfähigkeit der Personen helfen etwa Objekte, Fotos von Gegenständen oder Piktogramme. In diesem Zusammenhang stellte die Referentin das PECS-Programm (Picture Exchange Communication System) vor, aber auch verschiedene Talker.

Nach dem Vortrag nutzten die anwesenden Eltern die Gelegenheit, konkrete Fragen zu Kommunikationsschwierigkeiten im Alltag mit ihren betroffenen Kindern zu stellen. Die Referentin hatte zudem zahlreiche Hilfsmittel mitgebracht, so dass die Gäste die im Vortrag vorgestellten Bildkarten, Tablets oder Talker selbst ausprobieren konnten.

Erneut erwies sich das Team Autismus bei dieser Veranstaltung als wertvoller Partner des Elternkreises bei der Unterstützung von Eltern mit Kindern im Autismus-Spektrum. Wir danken Frau Etges herzlich für den interessanten Vortrag und die hilfreichen Anregungen.

Vielen Dank auch an den Landkreis Mainz-Bingen für die Übernahme der Kosten der Veranstaltung.

Claudia Sporn

Fachliche und persönliche Einblicke in den Alltag mit Autismus

Vortrag von Autorin Dr. Christine Preißmann im MGH Ingelheim

Schon zu Beginn ihres Abends im Mehrgenerationenhaus  am 26. Februar 2016 widerlegte die Referentin Dr. Christine Preißmann einige der Klischees, die Menschen mit Autismus anhaften: Ohne Scheu wandte sie sich an die große Zahl der Gäste und lieferte in den folgenden zwei Stunden nicht nur Fachwissen, sondern auch ganz persönliche Einblicke in ihre Gefühlswelt als selbst vom Asperger-Syndrom betroffene Frau.

Foto_Vortrag_Dr._Preissmann

Referentin Dr. Christine Preißmann (li) und das  Organisations-Team nach der Veranstaltung

Rund 100 Teilnehmer waren der Einladung des Elternkreises Autismus Rheinhessen zum Vortragsabend gefolgt – etwa ein Drittel von ihnen Fachkräfte und mehr als zwei Drittel Angehörige von Menschen mit Autismus beziehungsweise selbst Betroffene. Diese unterschiedlichen Gruppen im Publikum kamen alle auf ihre Kosten: In ihrem kurzweiligen Vortrag und auch im anschließenden Dialog mit den Zuhörern verknüpfte die Ärztin und Psychotherapeutin informative Fakten rund um das Thema Autismus mit konkreten Tipps zur Unterstützung autistischer Menschen in Alltag, Schule und Beruf sowie mit ihren eigenen Erfahrungen. Die Offenheit, mit der sie auch über die traurigen Seiten ihres Daseins sprach, berührte die Zuhörer tief. Zugleich zeigte sich die Referentin aber auch von ihrer humorvollen Seite und illustrierte typische autistische Denkstrukturen mit – im Nachhinein – witzigen Anekdoten aus ihrem Alltag, wie zum Beispiel der missverstandenen Redewendung von den „hochgeklappten Bürgersteigen“, der sie völlig ratlos bei einem Aufenthalt in der ländlichen Eifel begegnete.

In beeindruckender Weise zieht Christine Preißmann aus ihrem Erleben die Motivation für ihr heutiges Engagement, über Autismus zu informieren und somit die Rahmenbedingungen für Betroffene zu verbessern. Und sie zeigt sich optimistisch in Bezug auf die Chancen heute junger Menschen mit Autismus: Während sie etwa als Jugendliche – damals noch ohne Asperger-Diagnose – aufgrund psychosomatisch bedingter Knieschmerzen vom Sportunterricht und den Pausen im Schulhof befreit wurde, profitieren betroffene Schüler heute, vor dem Hintergrund besserer Diagnosemöglichkeiten und dem Recht auf Inklusion, vom Nachteilsausgleich: Sie erhalten die gleichen Erleichterungen wie die Referentin einst – aber ganz ohne Schmerzen durchleiden zu müssen.

Ein zentraler Gedanke ihres Vortrags, der auch den Kern ihres neuesten Buches (s.u.) darstellt, lautet: Die Lebensmodelle, die Menschen mit Autismus Glück und Lebenszufriedenheit bieten, sind so individuell wie die betroffenen Menschen selbst. Daran sollten sich die jeweiligen Berufswege, aber auch Therapien und Freizeitgestaltung orientieren. Auch dies ein Gedanke, den Christine Preißmann mit Berichten anderer Autisten und ihren eigenen Erfahrungen anschaulich illustrierte.

Zum Schluss gab die Referentin einen wieder ganz persönlichen Ausblick: „Es wird niemals wirklich leicht werden. Aber vielleicht gelingt es mir eines Tages, meinen eigenen Weg zu finden und ihn trotz aller Widerstände zu gehen. Das wünsche ich mir sehr.“

Wir wünschen Dr. Christine Preißmann dabei viel Glück und Erfolg und danken ihr sehr herzlich für diesen tollen Abend!

Buchtipp: Dr. Christine Preißmann: Glück und Lebenszufriedenheit für Menschen mit Autismus, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2015. 184 Seiten, 25,- Euro

Claudia Sporn

Jahresrückblick 2015

Der Elternkreis Autismus Rheinhessen hat ein aufregendes Jahr hinter sich: Neben beeindruckenden Vorträgen und Workshops, die einmal mehr eine große Bandbreite von Themen in Verbindung mit dem Autismus-Sprektrum abgedeckt haben, sind wir vor allem stolz auf die Ausstellung „Autismus – ganz normal anders leben“, die wir im März und April im Mehrgenerationenhaus Ingelheim zeigen durften. Wir möchten uns für die Unterstützung aller bedanken, die zu diesem Erfolg beigetragen haben!

Neue Gesichter im Orga-Team
Außerdem hat sich das Orga-Team des Elternkreises im vergangenen Jahr vergrößert und besteht nun aus:
Susanne Behne (Leitung)
Anna Daum (stellvertretende Leitung)
Gwendolyn Mayer (Website & Medien)
Angelika Grewe (Organisation Raum Alzey; Ansprechpartnerin Asperger)
Delphine Hambach (Organisation Raum Mainz; Ansprechpartnerin frühkindlicher Autismus)
Julia Kleinschroth (Organisation Raum Alzey; Ansprechpartnerin frühkindlicher Autismus)
Claudia Sporn (Organisation Raum Mainz; Ansprechpartnerin Asperger; Kommunikation)

Besuch von AuJA! aus Berlin

Die Spielraummethode stellte sich vor

Foto Deniz Döhler

Theaterpädagoge und Geschäftsführer der AuJA Spielräume gUG

Interaktion als Basis des zwischenmenschlichen Lernens – diese stand ganz im Mittelpunkt eines fast dreistündigen Workshops des Berliner Theaterpädagogen und Spieltherapeuten Deniz Döhler. Selbst Vater eines autistischen Sohnes erzählte er begleitet von Filmbeispielen zunächst eindrucksvoll von der intensiven, über viele Jahre andauernden Begleitung seines Kindes durch ihn, seine Frau und viele Helfer, die darauf abzielte das eigentliche Lernpotential des Kindes zu wecken: die Interaktion. Diese Fähigkeit wurde dem Kind der Döhlers zunächst völlig abgesprochen – heute kann der Junge sie dank der Spielraummethode einsetzen und für seinen Alltag an einer freien Schule in Berlin für sich nutzen.

Doch Deniz Döhler beschränkte sich keinesfalls auf das Erzählen von Geschichten. Anhand von eindrucksvollen Übungen gelang es ihm sein Publikum am eigenen Leib und in eigenen Interaktionen spüren zu lassen, was zwischen Menschen geschieht, wenn diese miteinander in Kontakt treten ohne dabei viele Worte zu machen.

Foto Gäste

Gäste in Interaktion

Das Wichtigste dabei: Jeder Erfolg will gefeiert werden! Jeder Blickkontakt, jede neu erworbene Fähigkeit, jeder noch so kleine Interaktionsversuch hat ein kräftiges „Au Ja!“ verdient. Dabei darf es gerne laut werden. Für eine lebendige Beziehung zum Kind ist in jedem Fall gesorgt.

Die Spielraummethode ist eine eigene Weiterentwicklung des amerikanischen Son-Rise-Modells der Familie Kaufman und wird in Deutschland inzwischen bei einigen Familien angewendet. Kritische Fragen zur Vereinbarkeit der Methode mit dem deutschen Schulsystem blieben an dem Abend aber nicht aus – eine von vielen Fragen, die sich uns Eltern zum Thema Schule immer wieder stellen.

An Deniz Döhler ein herzliches Dankeschön nach Berlin und ein AuJa zum Workshop!

Buchtipp: Christiane und Deniz Döhler: AuJa – Autismus akzeptieren und Handeln. Ein Leitfaden von Eltern für Eltern. Hrsg.: AuJA Spielräume Books on Demand, 2014. 84 Seiten 12,95

Gwendolyn Mayer

Unser Sommerfest

Foto_Feuerwehrmann

Die Feuerwehr zeigte vollen Einsatz: Jeder durfte alles ausprobieren!

Viel Trubel herrschte bei unserem diesjährigen Sommerfest in Wonsheim (Rheinhessen). Ein herzlicher Dank an die örtliche Feuerwehr! Für die Unterhaltung der Kinder war gesorgt.

Harry und Angelika haben es möglich gemacht: Danke für die Organisation, den tollen Grillplatz, die legendäre Traktorfahrt und die wunderbare Stimmung.

Autismus, Darmgesundheit und Ernährung

„Die Gesundheit beginnt im Darm.“ Mehr als einmal fiel dieser Satz im Laufe des Abends, als Dr. Thomas Koch und Dr. Ingo Lang den Elternkreis mit zwei Vorträgen über die Zusammenhänge von Autismus und Ernährung bereicherten. Denn der Darm Ist so etwas wie „unser zweites Gehirn“, ein hochkomplexes Organ, dem wir in der Ernährung oftmals nicht genug Beachtung schenken. Dies gilt nicht nur für Menschen mit Autismus. Dennoch leiden diese häufiger als nicht autistische Menschen unter Unverträglichkeiten in Bezug auf Gluten, Laktose, Caseine und anderen Bestandteilen unserer Ernährung. Auch kann das Gleichgewicht von Bakterien in der Darmflora gestört sein, was spürbare Auswirkungen auf Immunsystem und Verhalten hat.

Dr. Thomas Koch

Dr. Thomas Koch

Den ersten Teil des Abends gestaltete Dr. Thomas Koch aus Großwinternheim mit einem umfassenden Überblick über Ernährung und Darmgesundheit, die ganzheitliche Denkweise der homöopathischen Medizin und den gesellschaftlichen Umgang mit Krankheit und Behinderung. Sehr viele Krankheiten wären nach seinem Dafürhalten vermeidbar, wenn wir in unserer gesamten Lebensweise einfache Regeln befolgen würden: Sport, Spiel, Sexualität, Schlafhygiene, Speisen und Spiritualität bezeichnete Dr. Koch als die „6 ‚S‘ für ein zufriedenes Leben“. Doch dem stehen tief verwurzelte Fehleinstellungen entgegen wie zu viel Zucker in unserer industriell gefertigten Ernährung und ein oftmals mechanistisches Weltbild der Schulmedizin.

Dr. Ingo Lang

Dr. Ingo Lang

Ein klarer Zusammenhang zwischen Ernährung und Verhalten bei Kindern mit Autismus wird deutlich, wenn wir uns vor Augen halten, dass diese ihre Empfindungen eben nicht immer kommunizieren können. Starke Bauchschmerzen äußern sich in Unruhe, in Schlafstörungen oder in problematischen Verhaltensweisen. Dies illustrierte anschaulich Dr. Ingo Lang in dem zweiten Vortrag des Abends. Herr Lang ist Physiologe und zugleich Vater eines autistischen Sohnes, der besonders sensibel auf die Nahrungsbestandteile Gluten, Zucker, Casein (= Milcheiweiß) und Glutamat reagiert. Auf diese Dinge zu verzichten, bedeutete im Alltag zunächst eine große Umstellung für das gesamte Familiensystem, das aber durch enorme Entwicklungsfortschritte des Sohnes belohnt wird.

glutenfreies Buffet

Glutenfreies Buffet für die Gäste

Dass eine Ernährungsumstellung nicht nur sinnvoll, sondern auch sehr schmackhaft sein kann, bewies das Buffet, das von Astrid Manthe, Anna Daum und Susanne Behne gestaltet wurde.

Vielen Dank an Redner und Köchinnen!