Ein Herz für unsere Kinder

Danke von Herzen für diesen unvergesslichen Abend, liebe Frau Bürger und Herr Haxel!

Eine Geburtstagseinladung ist für unsere autistischen Kinder und für uns Eltern gleichermaßen etwas ganz Besonderes. So ging die Einladung von Frau Bürger aus Limburg zu ihrem 50. Geburtstag mitten ins Herz. Wir hatten sie und ihren zukünftigen Mann, den Unternehmer Volker Haxel (Schang & Haxel Elektrotechnik GmbH), der sich schon oft wohltätig engagiert hat, beim Run for Children kennengelernt. Marco Beck von Belution Event hatte uns zusammengeführt. Es ginge ihnen so gut, erzählten sie uns. Sie wären so glücklich miteinander und hätten alles, was sie bräuchten. Deshalb wäre es ihnen ein Bedürfnis, an diesem besonderen Tag innezuhalten und gemeinsam mit ihren Freunden an Menschen zu denken, denen es nicht so gut geht und die Hilfe brauchen. Frau Bürger bat die Gäste in ihrer Einladung statt Geschenken nur um eine handgeschriebene Karte und eine kleine Spende für einen sozialen Zweck – unseren Elternkreis Autismus Rheinhessen e.V. Es sollte aber nicht um eine anonyme Scheckübergabe gehen, sondern auf dem Fest selbst sollte Zeit sein für uns, unsere Kinder und unser Leben mit ihnen. Damit den Gastgebern ebenso wie den Gästen auch ganz klar vor Augen stehe, wofür sie spenden und wie sie damit ganz konkret unseren Kindern, aber auch uns Eltern helfen werden würden.

Unsere Familien auf der großen Bühne

Eine wunderschöne Feier erwartete die etwa 150 Freunde in der lauen Sommernacht des 2. September 2017. Herr Haxel und seine charmante 16-jährige Tochter Lena führten die Gäste durch ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm, das von Marco Beck und seinem Team so perfekt wie seelenvoll gestaltet wurde. Bei toller Musik, kulinarischen Freuden, liebevollen Ehrungen des Geburtstagskindes und immer wieder neuen Überraschungen vergingen die Stunden wie im Flug. Dann war es soweit. Wir wurden auf die Bühne gebeten. Der Moderator Markus Priester stellte uns Eltern (Delphine, Angelika, Anna, Kerstin und Susanne) viele Fragen zum Leben mit unseren autistischen Kindern. Und es kamen auch zwei unserer Kinder zu Wort: Sehr berührend erzählte Antonia von ihrem Bruder und bat um Respekt und Anerkennung für die Leistungen der Geschwisterkinder, die oft vergessen würden. Bewegend auch die Worte vom 14-jährigen Aspie Maximilian, der Einblicke in sein oft anstrengendes Leben mit Autismus gab und erzählte, wie sehr ihm seine Katze und sein Hund helfen würden.

Die Erfahrung, wie sehr gerade Tiere unsere besonderen Kinder berühren, haben ja schon viele von uns gemacht. Deshalb baten wir beim Spendenaufruf um Unterstützung für ein sehr schönes Projekt, das uns eine „Pferdeflüstererin“ aus Heidesheim anbietet: ein Herbstspaziergang mit Pferd durch die paradiesische Landschaft der Rheinauen mit anschließender Apfelernte. Und weil sicher viele unserer Kinder gerne einen Ausflug durch die Natur mit Pferd machen wollen, die Gruppe aber bewusst klein gehalten werden soll, haben wir das Motto auch gleich zu „Spaziergängen durch die Jahreszeiten“ für Kinder im Autismusspektrum und natürlich auch Geschwisterkinder ausgeweitet.

Welle aus Mitgefühl und Interesse

Was dann passierte, hat uns so überwältigt, dass wir noch immer ein wenig ungläubig und aufgeregt gleichermaßen auf den so besonderen Abend zurückblicken. Uns wurde eine riesige Welle aus Solidarität, Mitgefühl und auch wirklichem Interesse daran, welchen familiären Belastungen wir immer wieder ausgesetzt sind, entgegengebracht. Von der Gästeschar insgesamt, aber gerade auch individuell in vielen kleinen Gesprächen.

Am Ende wurde uns ein mehr als großzügiger Scheck überreicht, der unseren Kindern zum einen viele Spaziergänge mit Pferd sichert, uns zum anderen aber ermöglicht, schon ganz konkret weitere Projekte rund um die Bedürfnisse unserer Kinder zu planen. Was für eine Chance für uns, wo wir, wo unsere Eltern so oft damit konfrontiert sind, was eben nicht geht, welche Möglichkeiten unseren Kindern immer wieder verwehrt werden. So dürfen wir jetzt gestalten und dafür sorgen, dass Schritt für Schritt mehr Alltagsfreuden und auch Entlastungen in das Leben unserer Kinder und ihrer Familien einziehen. Was für ein Geschenk!

Frau Bürger gebührt hier der erste Dank, weil sie uns mit ihrem Verzicht erst die Türen geöffnet hat! Und was dann über das Engagement aller Organisatoren ihres Festes, über die offene Bereitschaft, sich einzulassen und eben auch zu spenden möglich wurde, ist für uns schlicht ein geniales Geschenk.

Besonders nennen wollen wir neben all den vielen Gästen natürlich Herrn Haxel, der neben seiner eignen Großzügigkeit auch die Scheckübergabe mit viel Spannung und zumindest für uns mit vielen Gänsehautmomenten gestaltet hat, sowie ganz ausdrücklich den Ehepaaren Goebel und Brumme, die uns ebenso sehr reich beschenkt haben.

Ziemlich sprachlos, aber immerhin nicht ohne herzliche Einladungen für unsere Gastgeber, uns zu unserer großen Weihnachtsfeier am 3. Dezember 2017 im MGH in Ingelheim zu besuchen, verließen wir in jeder Hinsicht reich beschenkt und überglücklich das Fest!

Susanne Behne und Kerstin Claus

 

Der Elternkreis beim Landesweiten Ehrenamtstag 2017

Als eine von rund 50 Organisationen, Initiativen und Projekten war der Elternkreis Autismus Rheinhessen e.V. am 10. September 2017 auf Einladung der Staatskanzlei, des SWR und der Stadt Ingelheim beim Landesweiten Ehrenamtstag mit dabei. An unserem Stand durften wir eine Reihe von Interessierten beraten, gaben Tipps und trugen zur Aufklärung über Autismus bei.

Besonders gefreut haben wir uns über das Interesse der Politik: Neben der Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD) sprachen wir auch mit den Grünen-Politikerinnen Irene Alt (ehemalige Ministerin für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen in Rheinland-Pfalz) und  Tabea Rößner (Mitglied des Bundestages) sowie mit Julia Klöckner, CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, und ihrer Parteikollegin, der Bundestagsabgeordneten und Wahlkreiskandidatin Ursula Groden-Kranich.

Wir nutzten die Gelegenheit auch zur Netzwerkarbeit und wiesen so zum Beispiel im Gespräch mit dem Landeselternbeirat auf notwendige Verbesserungen bei der Beschulung autistischer Kinder hin. Unser herzliches Dankeschön gilt dem Mehrgenerationenhaus (MGH) Ingelheim sowie der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (KISS) in Mainz für ihr positives Feedback und ihre Unterstützung – nicht nur während des Ehrenamtstages.

Rund um die abendliche Verleihung des Ehrenamtspreises lernten wir außerdem Gabriela Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn kennen, die besonders wegen ihres sozialen und gesellschaftlichen Engagements bekannt ist. Sie gehört zur Jury des Ehrenamtspreises und informierte sich mit großem Interesse über unsere Elternkreisarbeit.