Ein Herz für unsere Kinder

Danke von Herzen für diesen unvergesslichen Abend, liebe Frau Bürger und Herr Haxel!

Eine Geburtstagseinladung ist für unsere autistischen Kinder und für uns Eltern gleichermaßen etwas ganz Besonderes. So ging die Einladung von Frau Bürger aus Limburg zu ihrem 50. Geburtstag mitten ins Herz. Wir hatten sie und ihren zukünftigen Mann, den Unternehmer Volker Haxel (Schang & Haxel Elektrotechnik GmbH), der sich schon oft wohltätig engagiert hat, beim Run for Children kennengelernt. Marco Beck von Belution Event hatte uns zusammengeführt. Es ginge ihnen so gut, erzählten sie uns. Sie wären so glücklich miteinander und hätten alles, was sie bräuchten. Deshalb wäre es ihnen ein Bedürfnis, an diesem besonderen Tag innezuhalten und gemeinsam mit ihren Freunden an Menschen zu denken, denen es nicht so gut geht und die Hilfe brauchen. Frau Bürger bat die Gäste in ihrer Einladung statt Geschenken nur um eine handgeschriebene Karte und eine kleine Spende für einen sozialen Zweck – unseren Elternkreis Autismus Rheinhessen e.V. Es sollte aber nicht um eine anonyme Scheckübergabe gehen, sondern auf dem Fest selbst sollte Zeit sein für uns, unsere Kinder und unser Leben mit ihnen. Damit den Gastgebern ebenso wie den Gästen auch ganz klar vor Augen stehe, wofür sie spenden und wie sie damit ganz konkret unseren Kindern, aber auch uns Eltern helfen werden würden.

Unsere Familien auf der großen Bühne

Eine wunderschöne Feier erwartete die etwa 150 Freunde in der lauen Sommernacht des 2. September 2017. Herr Haxel und seine charmante 16-jährige Tochter Lena führten die Gäste durch ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm, das von Marco Beck und seinem Team so perfekt wie seelenvoll gestaltet wurde. Bei toller Musik, kulinarischen Freuden, liebevollen Ehrungen des Geburtstagskindes und immer wieder neuen Überraschungen vergingen die Stunden wie im Flug. Dann war es soweit. Wir wurden auf die Bühne gebeten. Der Moderator Markus Priester stellte uns Eltern (Delphine, Angelika, Anna, Kerstin und Susanne) viele Fragen zum Leben mit unseren autistischen Kindern. Und es kamen auch zwei unserer Kinder zu Wort: Sehr berührend erzählte Antonia von ihrem Bruder und bat um Respekt und Anerkennung für die Leistungen der Geschwisterkinder, die oft vergessen würden. Bewegend auch die Worte vom 14-jährigen Aspie Maximilian, der Einblicke in sein oft anstrengendes Leben mit Autismus gab und erzählte, wie sehr ihm seine Katze und sein Hund helfen würden.

Die Erfahrung, wie sehr gerade Tiere unsere besonderen Kinder berühren, haben ja schon viele von uns gemacht. Deshalb baten wir beim Spendenaufruf um Unterstützung für ein sehr schönes Projekt, das uns eine „Pferdeflüstererin“ aus Heidesheim anbietet: ein Herbstspaziergang mit Pferd durch die paradiesische Landschaft der Rheinauen mit anschließender Apfelernte. Und weil sicher viele unserer Kinder gerne einen Ausflug durch die Natur mit Pferd machen wollen, die Gruppe aber bewusst klein gehalten werden soll, haben wir das Motto auch gleich zu „Spaziergängen durch die Jahreszeiten“ für Kinder im Autismusspektrum und natürlich auch Geschwisterkinder ausgeweitet.

Welle aus Mitgefühl und Interesse

Was dann passierte, hat uns so überwältigt, dass wir noch immer ein wenig ungläubig und aufgeregt gleichermaßen auf den so besonderen Abend zurückblicken. Uns wurde eine riesige Welle aus Solidarität, Mitgefühl und auch wirklichem Interesse daran, welchen familiären Belastungen wir immer wieder ausgesetzt sind, entgegengebracht. Von der Gästeschar insgesamt, aber gerade auch individuell in vielen kleinen Gesprächen.

Am Ende wurde uns ein mehr als großzügiger Scheck überreicht, der unseren Kindern zum einen viele Spaziergänge mit Pferd sichert, uns zum anderen aber ermöglicht, schon ganz konkret weitere Projekte rund um die Bedürfnisse unserer Kinder zu planen. Was für eine Chance für uns, wo wir, wo unsere Eltern so oft damit konfrontiert sind, was eben nicht geht, welche Möglichkeiten unseren Kindern immer wieder verwehrt werden. So dürfen wir jetzt gestalten und dafür sorgen, dass Schritt für Schritt mehr Alltagsfreuden und auch Entlastungen in das Leben unserer Kinder und ihrer Familien einziehen. Was für ein Geschenk!

Frau Bürger gebührt hier der erste Dank, weil sie uns mit ihrem Verzicht erst die Türen geöffnet hat! Und was dann über das Engagement aller Organisatoren ihres Festes, über die offene Bereitschaft, sich einzulassen und eben auch zu spenden möglich wurde, ist für uns schlicht ein geniales Geschenk.

Besonders nennen wollen wir neben all den vielen Gästen natürlich Herrn Haxel, der neben seiner eignen Großzügigkeit auch die Scheckübergabe mit viel Spannung und zumindest für uns mit vielen Gänsehautmomenten gestaltet hat, sowie ganz ausdrücklich den Ehepaaren Goebel und Brumme, die uns ebenso sehr reich beschenkt haben.

Ziemlich sprachlos, aber immerhin nicht ohne herzliche Einladungen für unsere Gastgeber, uns zu unserer großen Weihnachtsfeier am 3. Dezember 2017 im MGH in Ingelheim zu besuchen, verließen wir in jeder Hinsicht reich beschenkt und überglücklich das Fest!

Susanne Behne und Kerstin Claus

 

Der Elternkreis beim Landesweiten Ehrenamtstag 2017

Als eine von rund 50 Organisationen, Initiativen und Projekten war der Elternkreis Autismus Rheinhessen e.V. am 10. September 2017 auf Einladung der Staatskanzlei, des SWR und der Stadt Ingelheim beim Landesweiten Ehrenamtstag mit dabei. An unserem Stand durften wir eine Reihe von Interessierten beraten, gaben Tipps und trugen zur Aufklärung über Autismus bei.

Besonders gefreut haben wir uns über das Interesse der Politik: Neben der Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD) sprachen wir auch mit den Grünen-Politikerinnen Irene Alt (ehemalige Ministerin für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen in Rheinland-Pfalz) und  Tabea Rößner (Mitglied des Bundestages) sowie mit Julia Klöckner, CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, und ihrer Parteikollegin, der Bundestagsabgeordneten und Wahlkreiskandidatin Ursula Groden-Kranich.

Wir nutzten die Gelegenheit auch zur Netzwerkarbeit und wiesen so zum Beispiel im Gespräch mit dem Landeselternbeirat auf notwendige Verbesserungen bei der Beschulung autistischer Kinder hin. Unser herzliches Dankeschön gilt dem Mehrgenerationenhaus (MGH) Ingelheim sowie der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (KISS) in Mainz für ihr positives Feedback und ihre Unterstützung – nicht nur während des Ehrenamtstages.

Rund um die abendliche Verleihung des Ehrenamtspreises lernten wir außerdem Gabriela Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn kennen, die besonders wegen ihres sozialen und gesellschaftlichen Engagements bekannt ist. Sie gehört zur Jury des Ehrenamtspreises und informierte sich mit großem Interesse über unsere Elternkreisarbeit.

 

Stärkung für Eltern autistischer Kinder

Einen würdigeren Rahmen hätten wir uns für die Gründung unseres Vereins nicht wünschen können: Dr. Christine Preißmann war nach einem Vortrag im Februar 2016 am 27. August 2017 bereits zum zweiten Mal unser Gast im Mehrgenerationenhaus in Ingelheim und sprach vor rund 60 Zuhörern – hauptsächlich Angehörige von Menschen mit Autismus – über das Thema „Gut leben mit einem autistischen Kind – Stärkung der Resilienz von Eltern betroffener Kinder“.

Einblicke in die Erfahrungswelt Betroffener

Die Ärztin für Allgemeinmedizin und Psychotherapie ist selbst Asperger-Autistin, engagiert sich in Selbsthilfegruppen und hat bereits eine Reihe von Büchern zum Thema Autismus veröffentlicht, in der sie Betroffene und Angehörige zu Wort kommen lässt. Aus diesem Reservoir an Erfahrungen schöpfte die Referentin, um in eindrücklicher Weise die besondere Wahrnehmung autistischer Menschen sowie ihre Erfahrungen und Schwierigkeiten in Bereichen wie Schule, Arbeit, Partnerschaft oder Wohnen zu schildern – und damit verknüpft die Belastung von Eltern und Angehörigen: Denn ihnen kann es nur gut gehen, wenn sie wissen, dass es ihrem Kind gut geht. Darüber hinaus bieten Eltern autistischer Kinder viel Zeit für Arztbesuche und Therapien auf, müssen soziale Isolation und Ausgrenzung hinnehmen und sorgen sich um die Zukunft des autistischen Kindes.

Worin können Eltern und Angehörige Stärke und Kraft finden?

Dr. Preißmann betonte, wie wichtig Resilienz ist, um mit Krisen und schwierigen Lebenssituationen gut umgehen zu können. Als Lösungsansatz präsentierte sie zum Beispiel die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten: Betroffene, Eltern, Therapeuten, Pädagogen und sonstige Bezugspersonen. Besonders erfreut waren wir als Elternkreis, darüber, welch große Bedeutung die Referentin Elterninitiativen zumaß, in denen sich Gleichgesinnte und vielleicht auch Freundschaften finden lassen. Und: „Wenn man sich für alle Betroffenen engagiert, verbessert man letztlich auch die Situation für das eigene Kind.“

Nach dem Vortrag nahm sich Dr. Preißmann Zeit für zahlreiche Fragen aus dem Publikum und gab konkrete Tipps. Im Anschluss daran nahmen viele Gäste die angenehme, vertrauensvolle und familiäre Stimmung auf und führten weiter angeregte Gespräche miteinander. Im Sinne der gegenseitigen Stärkung sowohl der Eltern als auch der Betroffenen war es wieder ein sehr schöner Abend für unseren Elternkreis und wir danken Dr. Preißmann herzlich!

Unterschriften_Vereinsgründung

Wir sind Verein!

Der Elternkreis Autismus Rheinhessen hat tolle Neuigkeiten zu vermelden: Seit dem 27. August 2017 sind wir eingetragener Verein!

Den Anstoß zu diesem Schritt gab uns die Teilnahme am diesjährigen „Run for Children“ in Mainz – nicht nur mit einem eigenen Läufer-Team, sondern auch als Spendenempfänger. Eine „Institutionalisierung“ unseres bisher rein privaten Kreises durch Satzung und feste Strukturen wurde nötig, um höhere Spendenbeträge entgegennehmen zu können.

Für unsere Arbeit und die Teilnahme der Gäste an unseren Veranstaltungen ändert sich dadurch zunächst nicht viel – außer, dass unser bisheriges „Orga-Team“ nun als offizieller Vereinsvorstand fungiert. Mit einem finanziellen  Spendenpolster ausgestattet, können wir allerdings in Zukunft zusätzliche Angebote umsetzen und denken dabei vor allem an eine Entlastung der Familien mit autistischen Kindern im Freizeitbereich. Da alles, was damit verbunden ist, für uns Neuland darstellt, werden wir vermutlich einige Monate benötigen, um Konkretes anbieten zu können.

Unsere Vereinsgründung fällt zusammen mit einem besonderen Datum: Wir feiern in diesen Tagen das fünfjährige Bestehen des Elternkreises! Eine Rückschau auf diese fünf Jahre und Einblicke in unsere neuen Vereinsstrukturen bieten wir allen Interessierten im Rahmen unserer Familienweihnachtsfeier am 3. Dezember 2017 im MGH.

Unser Verein im Überblick:

Vorsitzende: Susanne Behne, Claudia Sporn
Stellvertretende Vorsitzende: Delphine Hambach, Kerstin Claus
Kasse: Angelika Grewe, Anna Daum
Medien: Gwendolyn Mayer

Anschrift:
Elternkreis Autismus Rheinhessen e.V.
An der Selzer Mühle 40a
55218 Ingelheim

Bankverbindung:
Mainzer Volksbank eG
IBAN: 41 5519 0000 0945 8190 19
BIC: MVBMDE55

Mehr über uns: Flyer_Elternkreis_(Download)

 

 

 

Feierliche Spendenübergabe bei der Schott AG

spendenübergabe

Kerstin Claus mit dem Scheck des 12. Run for Children.

Für uns war es das ganz große Kino, als Herr Herrmann Ditz (Vorstandsmitglied der SCHOTT AG) zusammen mit Dr. Peters (Kinderneurologisches Zentrum Mainz) und PD Dr. Beetz (Kinderklinik der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz) in Gegenwart der Presse feierlich die Spende über 3.200 Euro überreichten. Doch eigentlich haben nicht wir ihn verdient, sondern die vielen Läufer, die uns beim 12. Run for Children von 11 bis 21 Uhr unterstützt haben, sodass wir den 52. Platz erreichen
konnten. Ganz herzlichen Dank auch an den
Sponsor unseres „Run for Autism“-Teams,
die E&H Design GmbH aus Wörrstadt!

Spendenübergabe

Dr. Peters gratuliert Delphine Hambach, Susanne Behne und Kerstin Claus als Vertreterinnen des Elternkreises. Mit auf der Bühne: Dr. Beetz und Herr Ditz (von li. nach re.).

Was wir nun anfangen mit dem vielen Geld? Wir werden nicht in die Karibik fahren. Für uns ist es vielmehr der Grundstein einer Arbeit, die perspektivisch den Aufbau von weiteren Angeboten für uns Eltern autistischer Kinder bieten wird. Ein Fernziel sind Betreuungsangebote, Entlastungsmöglichkeiten aber auch viele weitere spannende Veranstaltungen für Eltern und Fachkräfte.

 

orga-team schott

Delphine Hambach, Angelika Grewe, Susanne Behne und Kerstin Claus (von li. nach re.) auf der Festveranstaltung.

Vielen Dank an die Organisatoren des Run for Children und insbesondere an Dr. Heinricht, Herrn Ditz, Dr. Peters und Dr. Beetz

 

Unser Run: Platz 52 von 69!

Das Wetter meinte es gut mit uns und unsere Läufern am 10. Juni in Mainz! Von 11 bis 21 Uhr war immer jemand dabei – mehr als 30 Läuferinnen und Läufer haben uns unterstützt, als es darum ging beim Run for Children auf dem Gelände des TSV dabei zu sein.

An dieser Stelle einen großen Dank an alle, die mitgemacht haben: Ihr wart einfach Klasse!

Und ein riesiges Lob an die perfekte Vorbereitung und Abwicklung, liebe Delphine!

Die Bilder sprechen für sich: Teamgeist und gute Laune – beides war im Übermaß vorhanden:

 

Starkes Team „Run for Autism“ – unterstützt von der E&H Design GmbH

Der Elternkreis Autismus Rheinhessen freut sich über die große Anzahl an Aktiven, die für das Team „Run for Autism“ beim Run for Children am 10. Juni 2017 auf die Laufbahn gehen!
Wer nicht selber mitlaufen kann oder möchte, ist herzlich eingeladen, unsere Läufer anzufeuern!

Informationen rund um das Event unter http://www.runforchildren-mainz.de/

Elternkreis Autismus Rheinhessen Run for Children

Das Orga-Team des Elternkreises freut sich gemeinsam mit Maskottchen SCHOTTi auf den Spendenlauf.

Wir danken besonders der E&H Design GmbH aus Wörrstadt für die Unterstützung als Sponsor unseres Teams!
http://www.eh-design.de/

Wir sind dabei! Run for Children in Mainz

Am Samstag, den 10. Juni 2017 zählen wir auf Sie, liebe Familien! 

Was ist RUN FOR CHILDREN?
Der RUN FOR CHILDREN-Lauf hat sich als beliebter Benefizlauf für jedermann fest etabliert. Seit dem erstmaligen Startschuss 2006 konnten bereits über 262.670 Runden gelaufen werden und mit jeder gelaufenen Runde wird Geld von verschiedenen Sponsoren gespendet.
Regionale Kinderhilfsorganisationen in Mainz, die kranke, behinderte und sozial benachteiligte Kinder unterstützen, freuen sich jedes Jahr über den Erlös und dieses Jahr dürfen wir, der Elternkreis Autismus Rheinhessen, uns mitfreuen!!
Dank der sehr großen und liebevollen Unterstützung von Dr. Helmut Peters, Chefarzt am Zentrum für Kinderneurologie in Mainz, wird der Elternkreis eine Spende bekommen. Mit dieser Spende möchten wir unter anderen unsere Ausstellung zum Thema „Gut leben mit einem autistischen Kind“ im August/September im Mehrgenerationenhaus in Ingelheim finanzieren, ein schönes Weihnachtsfest mit Betreuung für unsere Kinder und und und… an Ideen mangelt es nicht.

T-Shirt Run for Autism

Wer möchte Farbe bekennen? Unser Fan-Shirt Run for Autism: 15 € (bestellbar bei info@autismus-rheinhessen.de)

Eltern, Kinder, Jugendliche, Baby-Sitter… jeder ist eingeladen, an dem Tag aktiv teilzunehmen. Wer gerne mitlaufen möchte, ist herzlich eingeladen! Jeder kann mitmachen!

Und wenn Sie nicht laufen möchten, können Sie die anderen Läufer motivieren und selbstverständlich andere Familien unseres Kreises treffen.
Neben dem reinen Laufen wird es auch in diesem Jahr wieder ein buntes Rahmenprogramm geben: Musik, Hüpfburg, Showtanz, Jonglage-Workshop…

Wir möchten gerne ein Elternkreis-Läufer-Team bilden: Je mehr Personen sich anmelden, um so einfacher wird es sein. Denn: Von 11 Uhr bis 21 Uhr muss immer eine Person die 400 Meter-Strecke laufen oder auch gehen.

Erste Schicht: 11-13 Uhr
Zweite Schicht: 13-14 Uhr
Dritte Schicht: 14-17 Uhr
Vierte Schicht: 17-19 Uhr
Fünfte Schicht: 19-21 Uhr

Voranmeldung unter: info@autismus-rheinhessen.de 

Weitere Informationen unter www.runforchildren-mainz.de. Die Anmeldungsgebühren für den Lauf wird der Elternkreis übernehmen.

LIEBE FAMILIEN! 
LAUFEN SIE MIT UNS, SEIEN SIE DABEI, GEMEINSAM SIND WIR STARK!

 

 

Biomedizinische Untersuchungen und Behandlungsmethoden beim Autistischen Syndrom

Am 20. März 2017 begrüßten wir im Mehrgenerationenhaus Ingelheim Herrn Dr. med. S. Faraji, der sich mit seiner privatärztlichen Praxis in Wetzlar auf die Behandlung von Patienten mit Autismus spezialisiert hat. Er stellte im Rahmen der Informationsveranstaltung biomedizinische Untersuchungen und Behandlungsmethoden bei Autismus vor. Herr Dr. Faraji ist Vater eines von Autismus betroffenen Sohnes. Er hat sich deshalb intensiv mit Behandlungsansätzen auseinandergesetzt und im Jahr 2003 seine auf Autismus fokussierte Praxis eröffnet. Zusätzlich ist Herr Dr. Faraji Inhaber einer Firma, die Nahrungsergänzungsmittel für die biomedizinische Therapie bei Autismus herstellt.

Hier sind einige Schwerpunkte des Vortrags:

Autismus geht mit Wahrnehmungsstörungen aller Sinne einher. Herr Dr. Faraji erläuterte dies anhand von Zeichnungen eines Jungen mit Autismus und Hörbeispielen. Es ist wichtig, sich dies bewusst zu machen, um Menschen mit Autismus und ihre Schwierigkeiten besser zu verstehen.

Bei der Testung der Intelligenz Betroffener ist es entscheidend, geeignete Tests auszuwählen, weil sonst fälschlicherweise die Intelligenz zu niedrig eingeschätzt werden kann.

Die Häufigkeit von Autismus hat in den vergangenen Jahrzehnten massiv zugenommen, wie an Daten aus den USA zu sehen ist. Dies kann nur zum Teil mit einer verbesserten Diagnostik erklärt werden. Diese Beobachtung spricht gegen die Annahme, dass Autismus eine rein genetisch bedingte Erkrankung sei, denn das Erbgut des Menschen verändert sich nicht innerhalb von Jahrzehnten. Vielmehr passt dies zu der Hypothese, dass eine genetische Neigung zu Autismus mit auslösenden oder verstärkenden Umweltfaktoren zusammentrifft.

Herr Dr. Faraji berichtete anhand von bei seinen Patienten mit Autismus erhobenen Befunden, dass es auffällige labordiagnostische Abweichungen von den etablierten Normwerten gibt. Dies betrifft unter anderem die folgenden Bereiche:

  • Zusammensetzung der Darmflora-Fehlbesiedlung, oft weniger säurebildende Laktobazillen und Bifidobakterien
  • Fett oder Stärke im Stuhl erhöht-ungenügende Verdauung
  • Vitamin D und auch A im Blut erniedrigt-nicht Autismus-spezifisch, sollte aber behandelt werden
  • Zink (Vollblut) erniedrigt-Zink ist für die Aktivität vieler Enzyme wichtig. Der Zinkmangel kann mit einer Stoffwechselstörung bei der Bildung des roten Blutfarbstoffes zusammenhängen (HPU/KPU, Pyrrolurie). Bei Vorliegen dieser Stoffwechselstörung ist auch der Bedarf an aktiviertem Vitamin B6 (Pyridoxal-5-Phosphat) stark erhöht.
  • Nervonsäure im Blutserum erniedrigt-wichtiger Baustein der Umhüllung (Myelinscheide) der markhaltigen Nerven.
  • Omega 3 Fettsäuren erniedrigt-für die Membranen von Nervenzellen wichtig.
  • Coenzym Q10 erniedrigt-der Stoffwechsel der Mitochondrien (Einheiten in den Zellen, für den Energieumsatz wichtig) kann beeinträchtigt sein.
  • alpha-1-Antitrypsin im Stuhl erhöht-ein Marker für die Durchlässigkeit der Blut-Darm-Schranke.

Menschen mit Autismus zeigen gehäuft Symptome von Darmproblemen, wie Bauchschmerz, mikrobielle Fehlbesiedlung und erhöhter Durchlässigkeit des Darmes. Letztere kann dazu führen, dass Abbauprodukte (Peptide) aus Getreideeiweiß (Gluten) oder Milcheiweiß (Casein) ins Blut gelangen und im Gehirn an dieselben Rezeptoren binden wie Substanzen aus dem Schlafmohn (Opioide). Von diesem Phänomen betroffene Menschen können durch den Verzehr von Casein oder Gluten Symptome wie Kopfschmerz oder Konzentrationsstörungen bekommen. Dann kann eine Diät ohne Gluten und Casein sinnvoll sein und positive Effekte auf Befinden und Verhalten haben.

Die erhöhte Durchlässigkeit kann auch zur Anwesenheit von Nahrungsmittelallergenen im Blut führen, die zu einer Erhöhung der Spiegel von spezifischen Antikörpern (IgG4) führen kann. Diese Labordiagnostik kann zur Erarbeitung von spezifischen Diätempfehlungen genutzt werden kann.

Herr Dr. Faraji empfiehlt Diäten nicht pauschal, sondern individuell. Beispielsweise profitieren nicht alle Menschen mit Autismus von einer Gluten- und Casein-freien Diät.

Durch Analysen festgestellte Mängel an Mikronährstoffen können durch Ernährungsanpassungen und die gezielte Gabe von passenden Nahrungsergänzungsmitteln verbessert werden. Herr Dr. Faraji lässt für seine Therapien geeignete Nahrungsergänzungsmittel selbst herstellen. Dabei setzt er auch Heilpflanzen wie zum Beispiel Mariendistel, Löwenzahn und Artischocke ein.

Herr Dr. Faraji erläuterte die Phasen 1 und 2 der Entgiftung. Bei seinen Patienten beobachtet er oft eine erniedrigte Aktivität eines bestimmten Enzyms der Phase 2 der Entgiftung-Glutathion-S-Transferase T1 (Theta). Dies kann zu einer erhöhten Empfindlichkeit gegen bestimmte Substanzen führen. Eine Belastung mit Schwermetallen kann auch eine Rolle spielen.

Herr Dr. Faraji verspricht Patienten und deren Familien bewusst keine bestimmten Therapieeffekte, auch wenn er aus seiner reichhaltigen Erfahrung mit der Behandlung von Menschen mit Autismus weiß, dass sich Gesundheit, Wohlbefinden und Verhalten unter der Behandlung sehr deutlich verbessern können. Er verspricht aber, die Menschen auf ihrem Weg therapeutisch mit risikoarmen Maßnahmen zu begleiten. Für die von Autismus betroffenen Menschen eröffnen Behandlungsmethoden mit Mikronährstoffen und spezifisch angepasster Ernährung einen zusätzlichen therapeutischen Ansatz. Im Elternkreis kennen wir mehrere Beispiele, wo dies mit deutlichen Verbesserungen der Gesundheit, des Schlafes, des Verhaltens und der Lernfähigkeit einherging. Daher kann sich die Beschäftigung mit diesem Ansatz unter Anleitung eines kompetenten Arztes sehr lohnen.

Im Anschluss an den Vortrag gab es Gelegenheit, im Auditorium Fragen an Herrn Dr. Faraji zu stellen. Der angeregte Austausch wurde am Büffet fortgesetzt, wo es leckere Kostproben aus der Diätküche gab.

Die Veranstaltung war mit etwa 90 Teilnehmern ausgebucht.

Weitere Informationen: http://www.autismus-medicus.de/, www.nemo-sina.de

Dr. Ingo Lang

Alle Jahre wieder: Unsere Weihnachtsfeier im MGH

Fast schon sind wir es gewohnt, dass unsere Weihnachtsfeiern bei den Familien aus unserem Elternkreis gut ankommen, aber mit so viel Resonanz hätten wir dieses Mal selbst nicht gerechnet: Zu unserem Adventsbrunch, der um 11 Uhr begann, kamen so viele alte und neue Gesichter, Familien, Verwandte, Freunde und Fachkräfte! Das auch unter der Woche gut besuchte Café des MGH war an diesem Sonntag auf den letzten Platz besetzt. Besonders gefreut hat uns der erneute Besuch von der Kreisbeigeordneten Ursula Hartmann-Graham: Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle!

Im Programm war für jeden etwas dabei: Den Auftakt machte Susanne Behne, unsere Gründerin des Elternkreises, mit einer Ansprache. Ingo und Antonia Behne begrüßten danach die Gäste mit Weihnachtsliedern auf der Geige. Daraufhin lieferte uns Sarah Daum einen fetzigen Auftritt mit dem Hit „All I want for Christmas is You“.

Es folgte ein reichhaltiges Buffet, zu dem alle beigetragen hatten. Die Kinder konnten in den Bewegungsraum und wurden mit Bastelangeboten und einer Tobeecke gut versorgt, während wir Eltern uns untereinander austauschen und gegenseitig „ein Ohr leihen“ konnten.

Nach dem Essen gab es Weihnachtslieder für die Kleinen sowie eine Bescherung vom Nikolaus. Im Anschluss wurde im Raum der Stille ein Film gezeigt, den Gwen Mayer über ihren Sohn über viele Jahre hinweg aufgezeichnet hatte. Den Abschluss der Veranstaltung bildeten besinnliche Texte von Peter Schönhöffer mit Weihnachtsmusik am Klavier begleitet von Gwen Mayer.

Wir vom Organisationsteam des Elternkreises möchten uns für die rege Teilnahme bedanken! Diese Veranstaltungen geben uns weit mehr als wir an Aufwand investieren. Über viele Tage hinweg konnten wir das Gefühl von Gemeinschaft in unseren Alltag hineintragen. Danke!