Autismus, Darmgesundheit und Ernährung

„Die Gesundheit beginnt im Darm.“ Mehr als einmal fiel dieser Satz im Laufe des Abends, als Dr. Thomas Koch und Dr. Ingo Lang den Elternkreis mit zwei Vorträgen über die Zusammenhänge von Autismus und Ernährung bereicherten. Denn der Darm Ist so etwas wie „unser zweites Gehirn“, ein hochkomplexes Organ, dem wir in der Ernährung oftmals nicht genug Beachtung schenken. Dies gilt nicht nur für Menschen mit Autismus. Dennoch leiden diese häufiger als nicht autistische Menschen unter Unverträglichkeiten in Bezug auf Gluten, Laktose, Caseine und anderen Bestandteilen unserer Ernährung. Auch kann das Gleichgewicht von Bakterien in der Darmflora gestört sein, was spürbare Auswirkungen auf Immunsystem und Verhalten hat.

Dr. Thomas Koch

Dr. Thomas Koch

Den ersten Teil des Abends gestaltete Dr. Thomas Koch aus Großwinternheim mit einem umfassenden Überblick über Ernährung und Darmgesundheit, die ganzheitliche Denkweise der homöopathischen Medizin und den gesellschaftlichen Umgang mit Krankheit und Behinderung. Sehr viele Krankheiten wären nach seinem Dafürhalten vermeidbar, wenn wir in unserer gesamten Lebensweise einfache Regeln befolgen würden: Sport, Spiel, Sexualität, Schlafhygiene, Speisen und Spiritualität bezeichnete Dr. Koch als die „6 ‚S‘ für ein zufriedenes Leben“. Doch dem stehen tief verwurzelte Fehleinstellungen entgegen wie zu viel Zucker in unserer industriell gefertigten Ernährung und ein oftmals mechanistisches Weltbild der Schulmedizin.

Dr. Ingo Lang

Dr. Ingo Lang

Ein klarer Zusammenhang zwischen Ernährung und Verhalten bei Kindern mit Autismus wird deutlich, wenn wir uns vor Augen halten, dass diese ihre Empfindungen eben nicht immer kommunizieren können. Starke Bauchschmerzen äußern sich in Unruhe, in Schlafstörungen oder in problematischen Verhaltensweisen. Dies illustrierte anschaulich Dr. Ingo Lang in dem zweiten Vortrag des Abends. Herr Lang ist Physiologe und zugleich Vater eines autistischen Sohnes, der besonders sensibel auf die Nahrungsbestandteile Gluten, Zucker, Casein (= Milcheiweiß) und Glutamat reagiert. Auf diese Dinge zu verzichten, bedeutete im Alltag zunächst eine große Umstellung für das gesamte Familiensystem, das aber durch enorme Entwicklungsfortschritte des Sohnes belohnt wird.

glutenfreies Buffet

Glutenfreies Buffet für die Gäste

Dass eine Ernährungsumstellung nicht nur sinnvoll, sondern auch sehr schmackhaft sein kann, bewies das Buffet, das von Astrid Manthe, Anna Daum und Susanne Behne gestaltet wurde.

Vielen Dank an Redner und Köchinnen!